IBN RUSHD LECTURE: Die Macht des Namensgebung – Erinnerungssorte in Palästina

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Online Event in arabischer Sprache – Donnerstag, 27. August 2026, 19:00 Uhr 
Bitte um Anmeldung: Anmeldelink

Der deutsche Dichter Goethe behauptete einst, Namen seien nur „Schall und Rauch“. Doch dies mag das selige Unwissen eines Mannes sein, der der Elite einer imperialen Kultur angehörte – denn Namensgebung ist Macht: Eltern geben einem sprachlosen Neugeborenen einen Namen, Gemeinschaften bestimmen den Namen des Ortes, an dem sie leben, und im Laufe der Geschichte haben siegreiche Mächte die von ihnen eroberten Orte umbenannt. Eine Verbindung wird hergestellt und eine Markierung gemacht.

Der palästinensisch-deutsche Archäologe, Schriftforscher und Historiker Dr. Mohammed Maraqten hat sehr viel gründlicher über dieses Thema nachgedacht  – sein Buch „Erinnerungsorte in Palästina: Die Namen palästinensischer Städte und Dörfer und ihre sprachliche und historische Identität“ wurde im Februar 2026 vom Arab Center for Research and Policy Studies in Doha und Beirut veröffentlicht und ist bislang nur in arabischer Sprache erhältlich.

Im Vortrag wird der zentrale Ansatz von Maraqten’s Buch eingeführt und mittels des Konzepts der „Erinnerungsorte“ der tiefgreifende historische Ursprung palästinensischer Ortsnamen beleuchtet. Dabei werden biblische Interpretationen von Ortsnamen, die Politik der Auslöschung und Hebräisierung von Namen sowie die Frage behandelt, inwiefern Ortsnamen als Schlüssel zum Verständnis von Geografie, Identität, Kultur und historischer Kontinuität dienen können. Unter Heranziehung einer Vielzahl von Quellen, darunter ägyptische Texte, antike Inschriften und osmanische Archive, zeichnet das Buch linguistische Schichten nach, die eine historische Kontinuität in der Region widerspiegeln.

Referent

Prof. Mohammed Maraqten ist ein palästinensisch-deutscher Epigraphiker, Archäologe und Historiker mit Wohn- und Arbeitsort in Deutschland. Er ist Spezialist für die Sprachen, Schriften, Religionen und Kulturen des Alten Orients, mit besonderem Schwerpunkt auf  antike Sprachen und Inschriften der Arabischen Halbinsel. Er ist Gründer und Chefredakteur von Athirat: Journal of Ancient Arabia, einer wissenschaftlichen Zeitschrift, die in Zusammenarbeit zwischen dem Hassan bin Mohammed Center for Historical Studies in Doha und dem Verlag Brill in Leiden herausgegeben wird. Er erwarb seinen Master- und Doktortitel in semitischen Sprachen und altorientalischen Kulturen an der Universität Marburg in Deutschland. Er lehrte und forschte an mehreren europäischen Universitäten sowie an der Universität von Katar und hat Dutzende Studien über die Kulturen und Sprachen des Alten Orients veröffentlicht, auf Englisch, Deutsch und Arabisch, sowie vier Monografien. Sein jüngstes Buch Sites of Memory in Palestine: The Names of Palestinian Cities and Villages and Their Linguistic and Historical Identity erschien im Februar 2026 beim Arab Center for Research and Policy Studies.


Kommentator

Prof. Muntasir Fayez al Hamad ist Professor an der Qatar University in Doha und Spezialist für arabische Sprache, vergleichende semitische Linguistik, Epigraphik und arabische Sprachpädagogik. Er promovierte in Vergleichender Semitischer Sprachwissenschaft an der University of Manchester und studierte semitische Sprachen und Epigraphik an der Yarmouk University. Seine Forschung konzentriert sich insbesondere auf nabatäische Inschriften, frühes Arabisch, arabische Soziolinguistik, Dialektologie, kulturelle Kommunikation sowie die sprachliche Wechselwirkung zwischen Nabatäisch und Arabisch.

Moderation Dr. Amany Alsiefy (Ibn Rushd Fund)

Online Event in arabischer Sprache – Donnerstag, 27. August 2026, 19:00 Uhr 
Bitte um Anmeldung: Anmeldelink

Wir laden alle Interessierten an palästinensischer Geschichte, Sprache, Archäologie und kulturellem Erbe herzlich zu diesem besonderen Online Vortragsabend ein.
Für die Teilnahme bitten wir Sie, sich über den beigefügten Link anzumelden.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Grafikdesign & Social Media: Suha Nasser


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