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Nominierungen für den Ibn Rushd Preis 2007 werden ab sofort entgegengenommen

Dieses Jahr ist der Preis ausgeschrieben für
eine/n arabische/n Filmemacher/in für Kino oder Fernsehen, die/der sich den Themen der Freiheit und Demokratie widmet und sich über ihre/seine Werke mit gesellschaftlichen und politischen Tabuthemen auseinandersetzt, und damit zusammenhängende Phänomene und Praktiken aus neuer Perspektive kritisch beleuchtet.

Fernsehprogramme und Kinofilme spielen heute eine wichtige Rolle bei der Meinungs- und Bewusstseinsbildung der Bevölkerung. Sie können positiv, aber auch negativ wirken, den Sinn schärfen, das eigene Urteilsvermögen stärken oder auch schwächen, Informationen beleuchten oder verzerren – in jedem Falle prägen sie sich ins Bewusstsein ein und wirken bei der Interpretation von Problemen und Ereignissen mit. Der Film ist ein effektives Werkzeug. In ihm lässt sich die Gesellschaft in all ihren Entwicklungsphasen darstellen. Denn in dem Maße, wie diese kinematischen Kunstwerke über Fernsehen und Kino die Probleme und Widersprüche des Lebens widerspiegeln, kann der Beobachter ermitteln, inwieweit diese Gesellschaft sich mit ihren eigenen Problemen auseinandersetzt und wie aufgeklärt und ehrlich sie mit sich selbst ist, um heikle Themen offen zu diskutieren.

Hinter einem Werk dieser Kunstgattung steht eine ganze Mannschaft an Mitwirkenden, der wichtigste Part ist jedoch nach wie vor dem Regisseur vorbehalten. Er ist der Hauptcharakter, der seinen Fingerabdruck auf dem Gesamtwerk hinterlässt, in dem sich seine Wahrnehmung der Realität und Interpretation der komplizierten Fragen widerspiegeln. Er organisiert die Verhältnisse der Figuren und befasst sich grundsätzlich mit der Lösung von Konflikten.

Der kreative Regisseur will die komplexen Fragen des Lebens entfesseln, will über das fiktive Werk den Geist und das Herz der Zuschauer ansprechen, die starren Formen brechen, Klischeevorstellungen korrigieren und sich über die Grenzen, die ihm staatliche Gewalten sowie Sitten und Gebräuche vorschreiben, hinwegsetzen. Mit seinem neuen Bewusstsein malt er neue Grenzen, die Horizonte von ganz neuer Art eröffnen und ein neues Arrangement für die Interpretation der Wirklichkeit mit ihren Konflikten bildet. Wenn er die Grenzen der Zeit überschreitet, behält er immer einen Blick auf die Zukunft, er bietet die Möglichkeit der Belehrung, lässt dem Zuschauer aber das Recht, sich seine eigene Meinung selbst zu bilden.

Die arabische Welt hat einige kreative Filmemacher (Dokumentar- und Spielfilme) hervorgebracht, deren Werke eine wichtige Rolle im kulturellen Gedächtnis der Menschheit eingenommen haben.

Aus diesem Grund hat sich der Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought – nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedern – dafür entschieden, den diesjährigen Preis an einen Regisseur/eine Regisseurin zu verleihen, der/die in direkter oder indirekter Weise über seine/ihre Werke dazu beigetragen hat, durch Förderung des freien Denkens, der Aufklärung, Demokratie, sozialen Gerechtigkeit und Menschenrechte die Ziele des Funds zu unterstützen.

Jede/r Interessierte kann eine/n Kandidaten/in vorschlagen, den/die er oder sie für das diesjährige Thema der Preisausschreibung für geeignet hält. Der Kandidat/die Kandidatin sollte unmittelbar in der arabischen Welt wirken. Bitte senden Sie Ihren Vorschlag schriftlich per Brief, E-Mail oder Fax an unsere unten angegebene Adresse. Legen Sie eine Begründung und einen kurzen Lebenslauf des Kandidaten/der Kandidatin bei. Ihre Unterlagen werden an eine speziell zum Thema der Ausschreibung aufgestellte, unabhängige Jury weitergeleitet, die den/die Preisträger/in wählt.

Kandidaten/innen können bis zum 31. Mai 2007 nominiert werden.