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Nominierungen für den Ibn Rushd-Preis 2006 werden ab sofort entgegengenommen

Dieses Jahr ist der Preis ausgeschrieben für
eine politisch engagierte arabische Frau, die sich um Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Demokratie in der arabischen Welt verdient gemacht hat.

Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart haben in den arabischen Gesellschaften Männer das Monopol auf die Politik. Trotzdem ist es einigen Frauen gelungen, diese Vormachtstellung zu durchbrechen, sich dieser für selbstverständlich gehaltenen Tatsache zu widersetzen und sich am politischen Geschehen aktiv zu beteiligen. Durch ihren Einsatz sind sie Vorbild für kommende Generationen.

So gehören Themen wie Unabhängigikeit, Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Menschenrechte zu den Bereichen, die Frauen in der Politik am meisten beschäftigen.

Keine Gesellschaft kann sich weiter entwickeln und für Fortschritt und eine hoffnungsvolle Zukunft arbeiten, wenn dies im Rahmen einer Denkweise geschieht, die auf dem Prinzip des Ausschlusses von Frauen beruht. So geschieht es noch alltäglich in vielen arabischen Staaten: Frauen wird keine Rolle bei der Gestaltung politischer Prozesse gewährt. Sie bleiben von jeder Verantwortung und Entscheidung ausgeschlossen. Ihnen werden, der Form halber, allenfalls marginale Rollen zugestanden. Konkret aber haben sie keinen entscheidenden Einfluss auf die auch für Frauen wichtigen Bereiche.

Der Kampf der Frauen um Mitgestaltung des politischen Geschehens ist ein Kampf, der auf allen Ebenen - der juristischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen - an erster Stelle aber auf der politischen Ebene stattfindet, mit mehr oder weniger Erfolg. Der große Einfluss der Politik auf all diese Bereiche gibt Wissenschaftlerinnen und Politikerinnen, besonders in den sich entwickelnden arabischen Ländern, eine nicht zu überschätzende Verantwortung.

Wir sind der Überzeugung, dass die Emanzipation der Frau eine nicht zu überschätzende Rolle spielt bei der Herbeiführung sozialer Veränderungen. Trotz ihrer beschränkten Freiheiten gelang es vielen Frauen, politisch aktiv zu werden. Sie verdienen den allerhöchsten Respekt und die größte Ehre.

Der Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought hat ausdrücklich entschieden, den diesjährigen Preis an eine Frau zu verleihen, um damit auf die Bedeutung der Frau in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Jede interessierte Person oder Organisation kann eine Kandidatin vorschlagen, die er oder sie für das diesjährige Thema der Preisausschreibung für geeignet hält. Die Kandidatin sollte unmittelbar in der arabischen Welt wirken. Bitte senden Sie Ihren Vorschlag schriftlich per Brief, E-Mail oder Fax an unsere unten angegebene Adresse. Legen Sie eine Begründung und einen kurzen Lebenslauf der Kandidatin bei. Ihre Unterlagen werden an eine speziell zum Thema der Ausschreibung aufgestellte, unabhängige Jury weitergeleitet, die die Preisträgerin wählt.

Kandidatinnen können bis zum 15. Mai 2006 nominiert werden.