PDF version

 

IBN RUSHD Fund for Freedom of Thought

 

Begrüßungsrede                            

 

Cora Josting                                                                                     Berlin 25.11.2005

 

 

 

Verehrte Damen und Herren,

 

Im Namen des IBN RUSHD Fund for Freedom of Thought heiße ich Sie herzlich Willkommen zu dieser Veranstaltung.

 

Wir haben uns heute versammelt, um den diesjährigen Preisträger, den Koranforscher Nasr Hamid Abu Zaid, zu ehren. Er ist zu diesem Anlass eigens aus den Niederlanden angereist, um den IBN RUSHD Preis persönlich entgegen zu nehmen. Herr Abu Zaid, herzlich willkommen in Berlin.

 

An seiner Seite begrüße ich ganz herzlich seine Frau, Dr. Ibtihal Yunis.

Als nächstes begrüße ich unseren Ehrengast Frau Prof. Rotraud Wielandt, Professorin für Islamkunde und Arabistik an der Universität Bamberg. Sie ist speziell aus Bamberg angereist, um mit uns zusammen Nasr Hamid Abu Zaid zu würdigen.

 

Wir begrüßen auch seine Exzellenz Herr Ahmad al-Orabi, Botschafter von Ägypten, und Herr Abd al-Magid Klai, Vertreter der arabischen Liga. Wir begrüssen die Vertreter der Gesellschaften und Vereine. Unser Gruß gilt auch den Vertretern der Presse und den Gästen die von sehr weitgekommen sind. Insbesondere möchte ich hier Herrn Jacob Bender aus New York begrüßen, der speziell gekommen ist, um diese Preisverleihung für einen Dokumentarfilm aufzunehmen, der den Titel trägt „Reason and Revelation: Averroes, Maimonides, Aquinas in Their Time and Ours“. Als letztes begrüße Herrn Prof. Werner Ende, Professor für Islamwissenschaft an der Universität Freiburg, der in diesem Jahr Mitglied der Jury war. Seien Sie alle herzlich gegrüßt.

 

Unser heutiger Preis ist ohne Zweifel einem sehr sensiblen und sehr wichtigen Thema gewidmet. Der Preis ist dieses Jahr

für eine oder einen arabischen Gelehrten des Islam vorgesehen, der sich um eine grundlegende Reform des Islam und des islamischen Denkens bemüht, und sich so für eine Annäherung zwischen der islamischen Tradition und der Moderne einsetzt.

Für einen Wissenschaftler, der in einem arabischen Land lebt, ist es nicht immer einfach, sich frei zu äußern, insbesondere, wenn er sich mit einem so wichtigen Thema wie der Religion befasst.

 

Wie in jedem Jahr wird der IBN RUSHD Preis für Freies Denken in einer öffentlichen Ausschreibung bekannt gemacht. Kandidaten können von jeder Person weltweit vorgeschlagen werden. Eine unabhängige fachbezogene Jury, die jedes Jahr neu berufen wird, entscheidet über den Preisträger. Dieses Verfahren lässt hoffen, dass wir möglichst viele Araber auf der ganzen Welt zur Mitwirkung aktivieren und dadurch ein politisches Bewusstsein und Klima der Hoffnung prägen, um gemeinsam für Freiheit und Demokratie zu wirken.

 

 

Auf diese demokratische Art und Weise ist Prof. Nasr Hamid Abu Zaid von einer 5-köpfigen Jury aus insgesamt 11 Kandidaten gewählt worden. Der Lebenslauf  der Jury ist im Internet zu finden und liegt als Kopie im Saal aus.

 

Dieser Preis ist der 7. Preis, der vom IBN RUSHD Fund verliehen wird, knapp 7 Jahre nach seiner Gründung – allein ermöglicht durch die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder und die Spenden engagierter Bürger. Allen, die uns unterstützt haben,  möchten wir hiermit herzlich danken.

 

Der Wert des IBN RUSHD Preises ist symbolisch: Er bringt zum Ausdruck, das wichtigste im Leben ist die Freiheit, wir müssen an sie glauben und dafür kämpfen, um sie zu erreichen.

 

Lieber Herr Prof. Nasr Hamid Abu Zaid, wir sind stolz, Sie heute bei uns zu haben und wünschen Ihnen auf Ihrem weiteren Weg viel Erfolg!